Mi 3 Jun 2009
Tim Parks: wie der schriftsteller ein glücklicherer Mensch wird
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
1 Kommentar
“Denn aller Frust will Ewigkeit” – über literaturverrisse und wie der autor damit umgehen kann, hat Tim Parks in seinem beitrag geschrieben. hier ein kurzer auszug:
“Die gute Rezension, der Literaturpreis – beide bieten einen Vorgeschmack auf den ewigen Ruhm. Aber jeder Schriftsteller, der diese Bezeichnung verdient, durchschaut das sofort. Tat ich es deswegen?, fragt er sich ungläubig und setzt sich an die Tafel zum Booker Dinner. Der Verriss macht ihm deutlich, dass ihm selbst das illusorische Refugium verwehrt wird. Also, zur Hölle mit ihnen! Worauf es ankommt, ist das Honorar des Verlegers. Oh, wenn es aber das Geld ist, um das es mir geht, dann hätte ich schon vor Jahren den Beruf wechseln sollen!
In einer seiner Novellen stellt sich Italo Svevo, der erst spät in seinem Leben Anerkennug fand, einen älteren Schriftsteler vor, der vor Jahrzehnten aufgehört hat, zu publizieren. Frei von Furcht vor Verrissen und dem Streben nach Anerkennung, findet er es viel einfacher, die luftigen Träume ewigen literarischen Ruhms nur zu träumen – er ist ein glücklicherer Mensch.”
3. Juni 2009 um 12:29
Ein Schreiberling schreibt, egal was kommt: ein Verriss ist auch was Gutes, er schafft Aufmerksamkeit — und zieht, wenn man gut schreibt, positive Kritik nach.
Literatur ist etwas sehr Subjektives und Situelles: selbst das schönste Rilke-Gedicht (Opfer) berührt nicht, wenn man nicht in der Stimmung oder ein Mann ist.