Dagmar ist die schwester von Dietmar, dem schriftsteller und sie hat ihre eigenen erfahrungen mit dieser spezies gemacht. wahrscheinlich ist dies jenen schriftsteller-freunden, die sich irgendwann einmal um ein privates verhältnis mit/zu ihr bemühten, auch nicht unbekannt. jedenfalls werden zwei archetypen dieser spezies von ihr wie folgt analysiert:

“Ach, Schriftsteller: außen Dichter, innen Wicht. Durch meinen Bruder habe ich diese Typen kennengelernt, seit ich sechzehn war. (..)
Ich fand sie putzig. Ärgerlich aber wurden mir bald ihre Lügen. Von gemeinsamen Bekannten nämlich musste ich erfahren, dass der Erfolgsmensch überall falsch wiedergab, was ich getan hatte (auf dem Rücksitz seines Autors, im Theater, auf der Wiese) während der Idealist permanent unzutreffend weiterreichte, was ich gesagt hatte (beim Abendessen, am Rand der Buchmesse, nach einer Lesung). (…)
Am Ende lag es auf der Hand: Sie wussten schlicht nicht, was das ist, die Wahrheit, und wehrten sich mit Händen, Füßen und Notizbüchern dagegen, es zu lernen.”
aus: Lipgloss, FAZ 18.4.09