Do 19 Mrz 2009
David Albahari: geschichten im fluss halten
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
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der serbische schriftsteller, dessen roman Götz und Meyer und Mutterland auf deutsch erschien, lebt in Canada.
“Meiner Ansicht nach sollte ein Schriftsteller Geschichten so erzählen, dass die Dinge im Fluss bleiben. Es verhält sich ja auch in der Realität so: Wir können nicht zurück zu den Ereignissen, wie sie waren. Sie finden nur einmal statt. Die Zeit vergeht, und der Augenblick kommt nicht wieder. Es ist eine Gabe der Literatur aufzuzeigen, wie unser Leben aussehen würde, wenn wir zurückgehen könnten zu den prägenden Momenten – mit dem Wissen, was später geschehen geschehen ist. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich Geschichten mit offenem Anfang und offenem Schluss. Es sollen viele Geschichten in der einen Geschichte stecken.”
“Wenn ich eine kürzere Geschichte verfasse, begrenze ich die Zahl der Elemente. Die Ohrfeige hatte ich als grosses Projekt angelegt, so dass ich mehr Elemente und mehr Ebenen einführte. Figuren und Geschichten tauchen im Buch auf und verschwinden, um irgendwann wieder aufzutauchen.
(…) Je mehr man einen Roman mit Elementen anreichert, desto näher scheint man dem Leben zu kommen. Nur erreichen tut man es nie. (…) Das Leben ist grösser als es ein Buch je sein kann.”
aus einem interview mit Andreas Breitenstein aus anlass des 2008 erschienen roman Die Ohrfeige