der berühmteste spionageroman-autor, der früher selbst für den britischen geheimdienst spinonierte, veröffentlicht mit 77 jahren seinen neuen roman „Marionetten“ – schauplatz Hamburg – und Thomas David spricht mit ihm darüber im interview „Ist Deutschland in Gefahr, Mister leCaré?“.

wie er seine figuren agieren läßt:
„Ich versuche, meine Figuren nicht moralisch zu bewerten. Ich bringe sie lediglich in Situationen, die den Leser stimulieren und vielleicht zum Nachden

aus selbstschutz zum spion:
„Ich glaube viele Schriftsteller und Künstler fühlen sich als Fremde, aber in meinem Fall hatte ich gar keine andere Wahl und mußte das Geschäft des Beobachtens und der Verstellung allein aus Selbstschutz schon sehr früh erlernen. Graham Greene, der eine Zeitlang ebenfalls für den Geheimdienst gearbeitet hatte, vertrat übrigens auch die Meinung, dass es sich bei der Arbeit des Schriftstellers und des Spions um das gleiche Geschäft handele. Es ist das gleiche Geschäft wie das des Journalisten.

und was spione und schriftsteller gemeinsam haben:
„… als Spion geht man beispielsweise auf eine Diplomatenparty, sucht sich jemanden, mit dem man sich eine Weile unterhält, tauscht Freundlichkeiten und Visitenkarten aus und geht dann, wie der Journalist, schnell nach Hause, um aufzuschreiben, was der ander gesagt hat. Man sollte nicht denken, die Welt des Geheimdienstes sei eine isolierte Welt, wir alle sind Teil von ihr. wir machen uns Gedanken über Beziehungen zu unseren Arbeitebern, unseren Lesern und Verlegern, zu unseren Ehefrauen und Freunden. Und nicht sehr viel von uns gehen durchs Leben, ohne den anderen etwas vorzumachen.“