„Ich glaube, dass dies eines der letzten Interviews ist, das ich geben werde!“. die journalistin Irene Binal hatte glück, denn die beliebte französische schriftstellerin ist offenbarf erfolgsmüde, möchte sich ganz aus der öffentlichkeit zurückziehen und überlegt:

„Vielleicht mache ich es wie ein Ghostwriter: Ich schreibe, aber niemand weiß, dass ich es bin.“

diese art von abtauchen in die anonymität, ist mir eigentlich nur als testmethode deutscher schrifststeller bekannt, die damit lektoren- und kritiker-urteile entlarven möchten. bei Anna Gavalda klingt es eher wie die unerträgliche last des literarischen erfolgs:

„Erfolg interessiert mich nicht. Natürlich ist es schön, wenn Menschen meine Bücher gern lesen. Aber es geht doch darum, herauszufinden, wozu wir überhaupt da sind. Mein Erfolg hilft mir nicht dabei, den Sinn meines Lebens zu erkennen.“

„Ich bin faul, ich ziehe das Lesen dem Schreiben tausendmal vor. Wenn ich ein Buch schreibe, dann weil ich das Geld brauche, um die Steuern für das Einkommen aus meinen vorherigen Büchern zu bezahlen.“

„Es ist für mich wirklich unangenehm, eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens zu sein. Ich möchte in die Anonymität zurückkehren.“

aus: börsenblatt 5/2009