so musisch erklären was autoren immer wieder antreibt, prosa undlyrik niederzuschreiben, kann nur einer, der selbst wiederholungstäter ist: Roman Bucheli ist redakteur, essayist und schriftsteller und berufen, den zyklus des schreibens, dessen glück und lohn der verlust ist, zu analysieren:

„Das Glück des Schreibens bliebe unvollkommen ohne sein Gegenteil: das Leiden am Schreiben und das Elend in den unendlichen Augenblicken, bevor das Verhangene sich lichtet und die Worte zur einzig möglichen Ordnung finden. Dem Schreiben geht eine Mangelerfahrung voraus: Es befreit das Ungestaltete und Amorphe zu Gestalt und Form. Und es mündet in eine Verlusterfahrung: Was eine Form gefunden hat, sei es im Gedicht, im Prosastück oder im Roman, was geglückt und gelungen ist, dem dem schreibenden Ich verloren. Es liegt bereits wieder ausserhalb seiner selbst. Das Schreiben erfüllt sich im Augenblick des Findens: Nur dann ist das schöpferische Ich ganz bei sich. Darum wohl sind Schriftsteller Wiederholungstäter: Das Glück hält nicht an; es muss immer aufs Neue gesucht werden. (…) Das vollendete Werk erinnert ihn nur noch an die Euphorie, die sein Entstehen vielleicht begleitete, und wird zum Menetekel des von neuem unerlösten Daseins.“