„Auf der Bank am Waldrand hatte er sich hineinversetzen können in sein Schattenreich, in die Gesellschaft seiner larvenhaften Figuren, die mehr oder weniger danach drängten, Gestalt, Kontur zu gewinnen, zum Leben gebracht zu werden … Während der Arbeit an dem neuen Stück erschien ihm manchmal die seltsamste Geselschaft; keiner ahnte eigentlich,mit wem man alles beisammen war. Unter den Maskeraden der Figruren kam so viel Abgelebtes und Geträumtes, Vorübergeschwundesnes und Ersehntes, nie Besessenes dicht an einen heran … Eine Stimme, eine Figur auftreten zu lassen – (…) Spannung herstellen, eine Szene errichten, weitere Figuren … Waren nicht selbst die tiefesten Zustände in seinem Innern, dachte er, in der seltsamsten Weise mit einer Landschaft, mit atmosphärischen Zuständen verbunden?
Manches hatte er natiert, skizziert, er hatte Dialoge ausprobiert, und Gott sei Dank war er auf seiner Bank ungestört geblieben.“
auszug aus der im Residenz Verlag erschienenen fiktionalen biografie über Huge von Hofmannsthal:: Der Fliegenpalast von Walter Kappacher