Mi 14 Jan 2009
Dietmar Dath: der preis für zuviel öffentlichen platz
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
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“Die Leute denken, sie kennten die Schriftstellerin oder den Schriftsteller genau, weil sie kennen, was an diesen das Menschliche ist: die Mitteilungen an andere. Dann schreiben Lesende den Schreibenden komische Briefe oder setzen sich vor sie hin auf einen Stuhl und unterziehen sie zwei Stunden lang einer absurd demütigenden Siebziger-Jahre-Wohngemeinschafts-Karrierekritik, ohne sich zu überlegen, dass sie nichts und niemand dazu berechtigt. Das ist grausam, aber unvermeidlich. Es ist der Preis dafür, dass die Schriftstellerin und der Schriftsteller mit ihrem Zeug so viel veröffentlichen. Platz, der doch allen gehört, an sich reißen. Die Maske, hinter der sie stecken, wenn sie diesen Platz beanspruchen, muss aber manchmal runter, sonst wächst sie fest und erstickt den Menschen.”
wer gelegenheit hat, sollte in der FAZ die ganze kolumne von Dietmar Dath lesen, dessen 2008 im Suhrkamp Verlag erschienes buch Die Abschaffung der Arten von der kritik besonders beachtet wurde. warum sie lesen? weil er darin, im zusammenhang mit dem selbstmord des 68jährigen Schriftstellers Thomas M. Disch, etwas darüber sagt, was freundschaft und mitgefühl und was uns wert sein soll.
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