„Die Sprache ist ein Faden, den man immer wieder verliert, der einem aus der Hand genommen wird. Man muss ihn jedes Mal aufs Neue suchen.“

„… jetzt hatte ich die Waffe der Sprache in der Hand. Alle Eindrücke, und das im wörtlichen Sinn, die Eindrücke in meinem Körper und meine Seele konnte ich beschreiben. Was ich tue, hat auch mit einer großen Angst vor der Sprachlosigkeit zu tun. Dass mich nach einem guten Dutzend Bücher der Schmerz der Kindheit, der Schmerz der Sprachlosigkeit wieder ereilen könnte.“

Josef Winkler erhielt in diesem jahr den Büchner Preis. in einem interview mit Paul Jandl berichtet er unter anderem auch darüber, wie wichtig für ihn das lesen war – bevor er begann, selbst zu schreiben:

„Zuerst kam die Lektüre. „Der Schatten des Körpers des Kutschers“ von Peter Weiss, „Schnee auf dem Kilimandscharo“ von Hemingway oder „Die Hornissen“ von Handke – allein diese Titel! Elias Canetti sagt: „Vom Zufall des Gelesehnen hängt es ab, was man ist.“ Ich habe damals diese Bücher gelesen, als hätte ich sie selbst geschrieben. So habe ich sie ganz tief empfunden. Es war für mich eine existenziell entscheidende Art zu lesen. Schreibend habe ich erst erkannt, was gewesen ist. Hätte ich nicht geschrieben, wäre mein Lebenslauf weiterhin in drei Zeilen abzuhandeln gewesen. So sind es Tausend Seiten.“

anlass für seinen 2007 erschienen roman Roppongi war der tod seines vaters:
„Als ich mich vor drei Jahren mit meiner Familie in Tokio aufhielt, wo wir im Stadtteil Roppongi wohnten, starb mein Vater, der mir ein Jahr vor seinem Tod, nachdem er erfahren hatte, dass ich in meinem letzten Prosaband einem Bauern aus meinem Heimatdorf weder Kornblumen noch Pfingstrosen gestreut hatte, in einem kurzen, aber dramatischen Telefonmonolog mitteilte, daß, wenn es soweit sei, ich nicht zu seinem Begräbnis kommen solle.“