Fr 7 Nov 2008
Gottfried Benn: wie gedichte entstehen
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
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aus einem vortrag von Gottfried Benn mit dem titel: Probleme der Lyrik oder wie gedichte entstehen:
“Irgend etwas in Ihnen schleudert ein paar Verse heraus oder tastet sich mit ein paar Versen hervor, irgend etwas anderes in Ihnen nimmt dieser Verse sofort in die Hand, legt sie in eine Art Beobachtungsapparat, ein Mikroskop, prüft sie, färbt sie, sucht nach pathologische Stellen. Ist das erste vielleicht naiv, ist das zweite ganz etwas anderes: raffiniert und skeptisch. Ist das erste vielleicht subjektiv, bringt das zweite die objektive Welt heran (…)
Die Inhalte eines Gedichts, sagen wir Trauer, panisches Gefühl, finale Strömungen, die hat ja jeder, das ist der menschliche Bestanmd, sein Besitz in mehr oder weniger vielfältigem und sublimen Ausmaß, aber Lyrik wird daraus nur, wenn es in eine Form gerät, die diesen Inhalt
autochthon macht, ihn trägt, aus ihm mit Worten Faszination macht. Eine isolierte Form, eine Form an sich, gibt es ja gar nicht. Sie ist das Sein, der existentielle Auftrag des Künstlers, seine Zier.”
1 Kommentar für “ Gottfried Benn: wie gedichte entstehen ”
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