manche glauben, dass hungern zum handwerk des schreibens und des schriftstellers gehört, dass gerade entbehrungen ihn zu höchstleistung ansport. wie wichtig die materielle unterstützung durch literaturpreise für ihn als schriftsteller ist, erklärt Uwe Tellkampganz offen. denn ein autor kann zwar hungern damit das wort lebt, aber er kann nicht zusehen wie seine familie mithungert. er wird sich nicht eine frau danach aussuchen, ob sie ihn miternähren kann oder auf eine familie verzichten, weil er nicht für sie sorgen kann:

„Die Ehrung bedeutet für mich auch, das sei nicht verschwiegen, dass mir das mit dem Preis verbundene Geld die Möglichkeit schafft, bei sparsamster Lebensweise meine kleine Familie eine Weile ernähren zu können, denn die berufliche Existenz meiner Frau, mit deren Gehalt wir bisher auskommen mußten, ist bedroht.“

aus der dankesrede von Uwe Tellkamp zum Uwe-Johnson-Preis, der ihm von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft Neubrandenburg und dem Nordkurier verliehen wurde.
Uwe Tellkamps dritter roman Der Turm erschien bei Suhrkamp. für ihn hat der schriftsteller gerade den Preis des Deutschen Buchhandels erhalten. wie schön, dass ihm die preisgelder ein schreiben ohne sorgen ermöglichen.