Thomas Glavinic, von dem ikürzlich „Das bin doch ich“ (dtv) und „Die Arbeit der Nacht“ (Hanser)erschienen, schreibt über „Das Handwerk des Romans“ und gibt in der FAZ sechsunddreißig überlegungungen dazu preis. hier nur zwei von davon:

vom wunsch:
„Als ich sieben Jahre alt war, bekam ich zu Heiligabend Huckleberry Finn geschenkt. Ich blieb unter dem Weihnachtsbaum liegen und las. Die Erwachsenen wurden immer betrunkener und vergaßen mich. Um ein Uhr früh hatte ich das Buch zu Ende gelesen. Jeder Schriftsteller ist zunähst einmal ein Leser (das stimmt nicht ganz; wenn man ein Schriftsteller ist, ist man auch schon als Fünfjähriger ein Schriftsteller, nur eben ohne zu schreiben), und ich lag mit heißen Ohren unter dem Weihnachtsbaum und dachte mir: Lieber Gott, bitte mach einen Schriftsteller aus mir.“

zum wissen:
„Wenn ich sage, ich habe keine Ahnung, warum ich dieses oder jenes schreibe, aber ich ich glaube zu wissen, dass es so sein muss, so klingt dieser Satz vermutlich zum Erbarmen. Aber er ist die Wahrheit, und mit der muss ich leben, denn Wahrheit, nein, Ehrlichkeit ist die Grundtugend des Erzählers, Ehrlichkeit dem Stoff und sich selbst gegenüber.“