Michael Krüger ist schriftsteller und lyriker, der nicht inm eigenen verlag veröffentlicht, denn er ist gleichzeitig geschäftsfüher und literarischer leiter des Hanser Verlags und gibt außerdem die zeitschrift Akzente heraus. auf die frage von Manfred Papst:

„Was bedeuten Ihnen die Autoren als Menschen?“ antwortet er:

„Sie sind ein Teil meiner Welt. Aiuf sie bin ich so neugierig wie auf die Bücher selbst. Mich interessiert der schöpferische Prozess, aber auch die Differenz zwischen dem, was Autoren schreiben, und dem was Autoren schreiben, und dem, wie sie sind. Bei Canetti etwa war sie enorm. Da lernt man wahnsinnig viel über Menschen. Wie reagiert einer auf Verträge, und wie schreibt er über sie? es gehört zu den schönsten Erfahrungen meines Lebens, dass ich so viele verschiedene Autoren habe kennenlernen können. Und die Autoren vertrauen mir, weil sie merken, dass mein Interesse an ihrem Werk echt ist. Und vielleicht auch deshalb, weil sie sehen, dass ich selber schreibe und mich in ähnlicher Weise exponiere wie sie.“

wann er bei diesem arbeitspensum auch noch zeit gefunden hat, zwei dutezend bücher zu schreiben ist für mich unvorstellbar. ese heißt er sei ein arbeitstier und er selbst gibt darüber nur bescheiden auskunft:

„Meist morgens. Ich bin kein besonders guter Schläfer; ich stehe sehr früh auf und schreibe eine Stunde an meinen eigenen Sachen, bevor die Verlagsarbeit ansteht.Abends ist es schwieriger, weil der Alkohol lockt oder man ganz einfach müde ist. Aber mir hilft natürlich auchdie schlechte Qualität des Fernsehens. Früher hat es mich abgelenkt, jetzt gar nicht mehr.“