Fr 16 Mai 2008
Karen Duve: taxifahren & schreiben
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
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Karen Duves neuer roman Taxi (Eichborn) weckt gleich nach erscheinen großes interesse – nicht nur bei taxibenutzern sondern auch bei den kollegen. die schriftstellerin, die in ihrem Regenroman einen schriftsteller auftreten ließ, hat in Taxi die weibliche figur Alex mit den eigenen erfahrungen aus 13 jahren taxifahren ausgestattet. Tobias Rüther interviewt Karin Duve zu den themen taxifahren und schreiben:
“Alles, was an diesem Buch mit Fahrgästen zu tun hat, ist selbst erlebt oder mir von Kollegen erzählt worden. Es haben sich so unendlich viele Anekdorten aufgestaut …”
“Was das Schreiben mit dem Taxifahren verbindet, sind die wiederkehrenden Muster. Ich bemerke beim Schreien oft, dass ich Muster wieder aufnehmne. Man fängt irgendwann an, die Dinge zu durchschauen. Was auch vergleichbar ist: Taxifahrer und Schriftsteller sind nicht gezwungen, besonders spontan zu sein.”
“Es gibt einen handwerklichen Ratschlag fürs Romanschreiben, dass die Figuren immer etwas wollen müssen. Daran muss ein Taxiroman aber scheitern, weil Taxifahrer selten zielstrebige Menschen sind, bei denen alles wie am Schnürchen läuft. … Ich hatte einen Kollegen, der hat kleine grüne Männchen gesehen und seine Fahrgäste in Angst und Schrecken versetzt. Solche Typen finde ich interessanter als den normalen Romanhelden, der einen Plan hat. Weil ich auch nicht immer genau wusste, was ich machen soll und auch nicht immer alles wie am Schnürchen läuft.”