in einem interview hat Hannes Hintermeier den lektor Karl Heinz Bittel zur Zusammenarbeit mit dem vor kurzem verstorbenen Schriftsteller Kempowski befragt:

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit ganz praktisch?
Es kam anfangs zu Konflikten, wenn ich ihn zu wenig oder zu spät gelobt hatte – ein Autor kann eigentlich nie genug Lob bekommen. Außerdem hatte er eine starke Sehnsucht nach einem Verleger, der sich ausschließlich um ihn kümmert. (…) Am liebsten wäre ihm ein Walter-Kempowski-Verlag gewesen.

Welche Rolle spielten Sie als Lektor: Hat er Ihre Einwände akzeptiert?
Ich konnte ihm gelegentlich zugespitztere Formulierungen vorschlagen oder auch Streichungen. Er hat meinen Rat in kompositorischen Fragen gesucht.“

die arbeit des lektors in einem verlag verlangt nahezu nach einer gespaltene persönlichkeit:
einerseits muß er dem schriftsteller ehrlicher gutachter und krtiker sein, ihn aber gleichzeitig bestätigen und stützen, andererseit ist er seinem verleger für den erfolg des buches verantwortlich oder zumindest verpflichtet und gleichzeitig ist er ein mensch wie jeder andere.