Mi 13 Feb 2008
AUTOFIKTION
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
[2] Kommentare
… heißt es, würde immer mehr an interesse bei den lesern gewinnen. diese schreibart des gemischten doppels von erfundenem und authentischem sei schon dabei, den fiktiven roman zu verdrängen.
die französische schriftstellerin Christine Angot (Inzest, Die Stadt verlassen, Warum Brasilien?) zum beispiel, wird die königin der autofiktion genannt. sie schont in ihren büchern weder ihre freunde noch familie. vermutlich hat sie die folgende erkenntnis ebenfalls durch eigene erfahrung gewonnen:
“Die wahre Leidenschaft der Leser sind die Henker, das Geld, die Macht, die Gewalt.”
die autoren aber, die sich beim schreiben und der auswahl ihrer themen von Christine Angots überzeugen lassen wollten, müßten über eine ganze menge sehr übler eigener erfahrungen verfügen, um ihre leser zu befriedigen.
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14. Februar 2008 um 22:42
Sehr gefährlich, diese Form der Schriftstellerei. Gäbe aber einen guten Krimiplot ab, falls es zu Racheakten kommt.
17. Februar 2008 um 16:10
Was für Leser hat sie da bloß im Sinn?
Oder wie pervers ist die Autorin selbst? Läßt ein solches Urteil über die Leser Rückschlüsse auf die Person der Autorin zu? Oder geht sie nur von ihren Erfahrungen dessen, was sich verkauft, aus?
Manchmal ist das das Gegenteil von dem, was wir schreiben wollen, das ist wahr, aber bei Angot habe ich doch so den leisen Verdacht, daß sie selbst eine Vorliebe für das hat, was sie schreibt.
Nun ja, jedem das Seine. Ich muß es ja nicht lesen.