Die zweigeteilte Frau: Diesmal wird uns ein gealterter Don Juan als erfolgsschriftsteller-figur Charles auf lesetour vorgeführt. die figur hat durchaus realitätsbezug, denn echte schriftsteller im wahren Leben schreiben ihre leichten erfolge bei frauen auch gern ihrer als romantisch geltenden profession zu. der begnadete Charles hat eine geduldige ehefrau und der tatsächlich schnell verliebten naiven TV-wetterfee Gabrielle etwa 30 erfahrungsjahre voraus. zuerst gelingt es ihm die blütenzarte fersehmoderatorin in emotional-sexuelle abhängigkeit zu treiben, dann in eine dekorative despression und die unglückliche ehe mit dem schönen reichen psychopathen Paul. Chabrol at its best! das millieu ist natürlich wieder das reicheleute neurosen-reich wie es der regisseur in immer neuen varaianten thematisch aufgreift. beim überraschenden schluß wird der titel des films durchaus zur wirklichkeit. überzeugen sie sich selbst.
als regisseur bleibt Claude Chabrol der raffinierte verführer, der seine zuschauer immer wieder mit seinem lieblingsstoff konfrontiert. genau das, was der literaturkritiker und autor Uwe Wittstock über das naterial, aus dem romane entstehen, geäußert hat: man braucht nur einen guten stoff und der reicht ein ganzes leben – vorausgesetzt man schneidertdaraus immer wieder neue kostüme.