Do 6 Dez 2007
Wolfgang Kohlhaase: Drehbuchautor der DDR
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
1 Kommentar
“Damals wollten wir alle schreiben wie Hemingway. Aber ich habe schnell herausgefunden, dass diese ungeheuere Lakonie nicht mehr so gut funktioniert, wenn es deutsch wird und statt „sagte Jane“ plötzlich „sagte Rosemarie“ heißt. Das verändert die ganze Melodie, und davon lebt ja ein guter Text.
Man kann nicht gut erzählen, wenn man seine Figuren nicht liebt.
Wenn einer nicht versteht, dass ein Komma und ein Semikolon zwei grundverschiedene Dinge sind, dann kann er nichts Gutes schreiben.
Prosa schreibt man mit den Stimmen hinter der geschlossenen Tür, Drehbuch dagegen bei offener Tür, und manchmal kommen Leute rein und fragen: Wie weit bist du? Ich mag das.
Der bedeutendste Drehbuchautor der DDR, der im Team so stilsicher arbeitet wie alleine als Erzähler, FAZ 12.4.07 Artikel v. Jochen Schimmang „Damals wollten wir alle schreiben wie Hemingway“
6. Dezember 2007 um 12:23
Hallo und schön, dass du Jochen Schimmang erwähnst – so habe ich deine Seite in einer technorati.com Suche gefunden. (ich hatte in den 90ger Jahren – ein seiner Schreibkurse besucht).
Dieser Artikel worauf du hinweist, wurde ich gerne lesen (meintest du doch 4.Dezember und nicht 12. April?)
Nun, weiss ich nicht, ob ich wie Hemmingway schreibe, denn nur einmal viele jahre her versuchte ich etwas von ihm zu lesen, und mochte es nicht. Aber ich habe wirklich Probleme, meine eigene text ins Deutsch zu übertragen, denn die sind zu sehr mit der Sprache (Englisch) verheiratet. Viele Formulierungen habe ich in erster Linea für den Klang und Fluß gewählt. Das sagt aber nicht aus, dass man Klang und Fluß nicht haben kann, wenn man auf Deutsch schreibt. Nur muss man das in jeder Sprache anders erreichen.