Mi 5 Dez 2007
wann ist man schriftsteller?
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
[10] Kommentare
eine pragmatische antwort darauf gibt Julian Barnes:
Schriftsteller ist man erst, wenn man ein Buch fertig hat. Man geht ja auch nicht in ein Flugzeug und sagt: Hallo, ich bin heute Ihr Pilot, wenn man noch nie ein Flugzeug geflogen und gelandet hat. Und selbst nach dem ersten Buch fühlte ich mich nicht wirklich als Schriftststeller.
10 Kommentare für “ wann ist man schriftsteller? ”
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6. April 2010 um 21:26[...] Blog. Nagut, kein SF-Blog, aber der einer Schriftstellerin, mit sinnigen Gedanken dazu “Wann ist man ein Schriftsteller?” (wenn man schreibt, wenn man erfolgreich schreibt, sodass die Erlöse zum Lebensunterhalt [...]
13. Dezember 2007 um 16:51
Wann ist ein Buch fertig, erst wenn man einen Verleger hat? Wenn einer seit drei Jahren an seinem Erstlingsroman sitzt und zum Überleben Taxi fährt – ist er Taxifahrer oder Autor? Die Arbeit einer Hebamme beinhaltet mehr als nur Klapps auffen Po und Nabelschnur ab – was für einen Job hat sie gemacht, wenn es eine Fehlgeburt wird? War sie dann Fehlgeburtshelferin?
7. Januar 2008 um 02:47
Obwohl ich schon viel Zeit investiert habe, bin ich nur auf dem Weg.
Ich tendiere zu Julian Barnes Antwort. Es wäre ungerecht jede Bemühung als Vollendung darzustellen. Was ist mit all den Erfindern, deren Erfindungen niemand braucht – ich nenne sie Bastler, bis sie es geschafft haben. Sollte man jeden Schriftsteller nennen, der seit Jahren schreibt? Wer weiß was?
Es ist nicht eindeutig zu sagen ab wann sich jemand mit ruhigem Gewissen Schriftsteller nennen kann. Ich würde für mich folgendes voraussetzen:
- ich lebe vom Schreiben oder
- ich habe mindestens ein Buch veröffentlicht
(selbst verlegt zählt für mich nicht oder es gibt entsprechende Verkaufszahlen) oder
- ich bin oft in Anthologien vertreten oder
- ich veröffentliche regelmäßig in Zeitschriften oder Fachliteratur oder
- ich rezitiere meine Texte regelmäßig in der Öffentlichkeit, bei nennenswerter Zuhörerzahl
oder es wird aufgeführt und so weiter…
…in der Art. Öffentlichkeit und nachweisbare Anerkennung sollte schon existieren.
15. Januar 2008 um 16:32
Ich glaube auch nur einen Roman geschrieben zu haben ist zuwenig, um sich “Schriftsteller” zu nennen; Ich zumindest habe schon ein paar fertige Roman, die ungelesen vor sich hin gammeln und es käme mir niemals in den Sinn mich als “Schriftstellerin” zu bezeichnen.
Dass man nur von seiner Schriftstellerei leben kann, wiederum, halte ich für zu hoch gegriffen. Es gibt genug veröffentlichte, nebenberufliche Autoren.
Vielleicht sollte man die Definition eher bei “man verdient regelmäßig Geld durch seine Schriftstellerei” ansetzen.
30. März 2008 um 14:09
Sollte Schriftstellerei nicht die gleiche Kunst und Freiheit bleiben, für die sie gemacht wurde?
Waren all die brillanten Menschen, deren Bücher im dritten Reich niemals veröffentlicht oder anerkannt wurden, auch keine Schriftsteller?
Bestimmt wirklich die Masse, wer Schriftsteller ist und wer nicht?
Wer nur schreibt, um unbedingt zu veröffentlichen oder gar Gewinn und Ruhm zu erziehlen, ist wohl mehr ein Wirtschafter als der Künstler, den man als Schriftsteller bezeichnen kann.
Bitte denkt darüber nach.
27. September 2008 um 03:04
Zu schreiben ist Freiheit für die Seele, es ist die Kraft eines Wesen seine Leidenschaft beflügeln zu lassen. Ich sehe das so dass, das Wort Schriftsteller nicht so wichtig ist. Wenn man liebt was man schreibt und in seinen Worten aufgeht, ist sie oder er ein einzigartiger Künstler, der auf den Ruhm pfeift und nur für seine Kunst lebt.
30. November 2008 um 02:48
Ich denke, es handelt sich dabei um eine Bezeichnung, die man sich selber verleiht und für die man einsteht. Darum finde ich den zweiten Teil der Begründung von Gerhild so treffend. Wenn man sich noch nicht als Schriftsteller fühlt, ist man es auch noch nicht. Den Vergleich mit dem Piloten finde ich nicht so gut, denn ein misslungenes Buchprojekt hat nicht die Auswirkungen wie ein misslungener Flug. Deshalb braucht es eine Ausbildung und eine Prüfung zum Piloten, für den Schrifsteller ist das nicht notwendig.
14. Juli 2009 um 00:56
Seit 6 Jahren schreibe ich hobbymäßig. Wenn ich eine Zeit nichts zu Papier bringe, geht es mir schlecht. Wenn ich dann mal wieder ein Märchen oder Ähnliches schreibe, fühle ich mich als würden mir Flügel wachsen. Ich habe regelmäßig Romanideen, die mit der Zeit aber immer wieder verloren gehen. Ich bezeichne mich als “Die Schreiberin”, aber ich hoffe natürlich irgendwann einmal “richtig” zu veröffentlichen um mich dann Schriftstellerin nennen zu können, denn erst dann wird meine Seele Frieden haben.
27. Juli 2009 um 08:36
Ist ein Läufer nicht ab dem ersten Schritt ein Läufer?
Schriftsteller ist man, sobald man schreibt… oder? – Ist das Buch fertig, dann ist man Buchautor. Verkauft sich das Buch gut, wird man zum Bestsellerautor.
5. Dezember 2009 um 14:31
Ich glaube, ein Schriftsteller ist jemand, der von seinen Werken leben kann. Jemand der schreibt ist in erster Linie mal ein Autor.
Demzufolge gibt es mehr Autoren als Schriftsteller.
Ich glaube weiter, dass ein schriftstller auch in der Lage ist, auf Auftrag zu schreiben. Ein Autor ist man schnell, schon ein Aufsatz oder ein Brief macht Dich zum Autoren.
Ja, Schriftsteller zu sein, heißt Handwerk zu betreiben, was das nötige – breite – Können voraussetzt.
Ich schreibe sehr gerne, Blogartikel, Essays, Kritiken, Aufsätze und das meist mit Herzblut. Ich bin ein Autor vieler ungelesener und nichts einbringender Texte, auch ich habe fertige Manuskripte in der Lade.
Aber ein Schriftsteller bin ich nicht, weil mir das nötige Handwerkswissen einfach fehlt.