der roman Böse Schafe, bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, von Katja Lange-Müller hat viele feuilletons in diesem jahr beschäftigt.  ein glück für die autorin, denn den weg zur veröffentlichung hat sie sich, wie bei allen ihren büchern,  nicht leicht gemacht. Johanna Adorján  hat die schriftstellerin gefragt: Besteht ihre Arbeit viel aus: wieder wegstreichen?

„Ich streiche immer wieder sehr viel beim beim Schreiben. Und am Ende noch mal. Streichen ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Das hat vielleicht mit meiner Vergangenheit als Schriftstzetzer zu tun. Ich war ja mal Handsetzer, ich habe mir hinterm Setzkasten die Beine in den Bauch gstanden und, weil das eine Scheißarbeit war, gegen Redundanzen, Wiederholungen, Weitschweifigkeit einen physischen Widerwillen entwickelt. Da kann ich nichts dafür. Sobald es allzu episch wird, verliere ich die Geduld. Es gibt, meine ich, so viel gute Literatur, daß jeder Schrifsteller versuchen sollte, das,was er zu sagen hat, so konzentriert wie möglich zu sagen. Weil der Leser ja nicht alle Zeit der Welt hat. Der will ja auch noch was anderes lesen als etwa Lange-Müller. Daher meine Skepsis gegen 800-Seiten-Romane, die das nicht rechtfertigen … Ich meine, bei Moby Dick möchte ich keine einzige Zeile missen, aber sonst … Das verstimmt mich, Bücher, die mit Absicht, so einfach aus Eitelkeit dick sind, weil  jemand den Leser nur mit sich beschäftigen will, sich von seinen Geschöpfen nicht trennen kann, die Suada nicht unter Kontrolle hat.“