von autor und leser hat Wolfgang Hilbig in seiner dankrede vor fünf jahren zum Georg-Büchner-Preis thematisiert:

(…) der Platz der Literatur ist der Monolog: Es gibt da einen einsamen Schriftsteller, Poeten oder Dichter, der das Verbot des Alleinseins übertritt und seine Gedanken zu Papier bringt. Er mag da wohl an einen Leser denken, aber er kennt den Leser nicht. Wenn daraus ein Text oder ein Buch wird, so gelangt dies über die Umwege des Vertriebs an einen ebenso einsamen Leser, und wenn die Sache gutgeht, dann entwickelt sich im Kopf des Lesers ebenfalls ein Monolog. Auf diese Art funktioniert Literatur, und sie kann nur auf diese Art funktionieren.  Alles, was der Schreiber über seinen Text hinaus von sich preisgibt, gehört nicht mehr der Literatur, es gehört den Massenmedien und der Vermarktung von Literatur. Es reißt jedenfalls das Geheimnis nieder, das in der sonderbaren Zweierbeziehung zwischen Schreiber und Leser besteht, und damit vielleicht auch das Interesse des Lesers an der Literatur.“

das war 2002 und damals fühlte sich Wolfgang Hilbig endlich sorgenfrei: „Ich bin endgültig in der Eliteliga angekommen. Honorare steigen, was ich schreibe, wird gedruckt und mit dem Preisgeld erreiche ich ohne Probleme die Rente.“ in der eliteliga ist er angekommen, aber die rente hat er nicht mehr erreicht: Wolfgang Hilbig starb im juni dieses jahres. sein berühmter roman „Ich“ handelt von einem lyriker als Stasispitzel.