zahlt jeder autor, sagt die österreichische schriftstellerin Sabine Gruber:

„Das Schreiben ist eine Leidenschaft. Man kann sie ebensso wenig begründen wie die Liebe. Sie bricht über einen herein, ist einfach da, und man tut alles, damit sie erhalten bleibt. Intuition allein reicht nicht aus. Einen längeren literarischen Text zu verfassen bedeutet harte Arbeit, Recherche, Durchhaltevermögen, die vielen Selbstzweifel aus dem Weg zu räumen. Zuweilen verfluche ich das Schreiben, aber ich kann nicht aufhören damit, es ist eine Sucht; gleichzeitig reicht das Einkommen kaum zum Überleben.

Es gibt immer wieder Momente, in denen ich aus meinem derzeitigen Leben aussteigen, woanders neu anfangen möchte. Ich sehne mich dann nach einem Ort, wo mich keiner kennt, nach einer Arbeit, die nach acht Stunden zu Ende ist, nach einem Gehalt, das monatlich ausbezahlt wird. In solchen Augenblicken bin ich es leid, ständig unterwegs zu sein, zu Veranstaltungsorten zu fahren, Vorträge zu halten, immer wieder in einem anderen Hotelzimmer aufzuwachen.“

von Sabine Gruber ist in diesem jahr im C.H. Beck Verlag der roman Über Nacht erschienen.