Di 16 Okt 2007
den preis für die leidenschaft
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
1 Kommentar
zahlt jeder autor, sagt die österreichische schriftstellerin Sabine Gruber:
“Das Schreiben ist eine Leidenschaft. Man kann sie ebensso wenig begründen wie die Liebe. Sie bricht über einen herein, ist einfach da, und man tut alles, damit sie erhalten bleibt. Intuition allein reicht nicht aus. Einen längeren literarischen Text zu verfassen bedeutet harte Arbeit, Recherche, Durchhaltevermögen, die vielen Selbstzweifel aus dem Weg zu räumen. Zuweilen verfluche ich das Schreiben, aber ich kann nicht aufhören damit, es ist eine Sucht; gleichzeitig reicht das Einkommen kaum zum Überleben.
Es gibt immer wieder Momente, in denen ich aus meinem derzeitigen Leben aussteigen, woanders neu anfangen möchte. Ich sehne mich dann nach einem Ort, wo mich keiner kennt, nach einer Arbeit, die nach acht Stunden zu Ende ist, nach einem Gehalt, das monatlich ausbezahlt wird. In solchen Augenblicken bin ich es leid, ständig unterwegs zu sein, zu Veranstaltungsorten zu fahren, Vorträge zu halten, immer wieder in einem anderen Hotelzimmer aufzuwachen.”
von Sabine Gruber ist in diesem jahr im C.H. Beck Verlag der roman Über Nacht erschienen.
15. November 2007 um 12:01
Ja eine Leidenschaft, der ich nicht entkommen kann und will. Manchmal ist der Preis hoch. Manchmal kann es Einsamkeit sein. Aber ein Tag ohne schreiben ist für mich kaum möglich. Ist dennoch ein solcher Tag vorhanden, geht es mir nicht gut. Eine Leidenschaft? Nein, mehr sogar. Es ist mein Leben. Das war es immer schon, seit der Kindheit und das hat sich nicht geändert, auch wenn vieles anders geworden ist. Der Preis für diese Leidenschaft? Er kann hoch und sogar schmerzhaft sein. Dennoch, ich muss es leben und manchmal leiden. Dennoch, es gibt so viel Schönes und Erfüllendes dabei. Es ist Teil meiner selbst.