Archive für September 2007
Mittwoch, 12. September 2007
… das kind in uns weinen hören
könnten wir, meint der schriftsteller Paulo Coelho. aber das kind in uns ist ja schon geflüchtet als wir vernünftig werden mussten und realistisch. – ein ziel der kindererziehung: zu lernen, dass nichts so ist, wie es sich darstellt. und nach dem erschrecken darüber, vergraben die meisten den teil, der sie verletzlich macht sehr tief in sich. später kaufen wir [...]
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Dienstag, 11. September 2007
Doris Lessings Goldenes Notizbuch = 5 in 1
ich bewundere Doris Lessing nicht nur als tagebuchschreiberin ihres autobiografisch-fiktiven Goldenen Notizbuchs, das als roman jeweils unterbrochen wird durch abschnitte aus dem schwarzen, dem roten, dem gelben und dem blauen notizbuch. jede frau sollte es lesen. es ist eine mischung von authenzität und fiktion, meisterhaft miteinander verwoben auf verschiedenen ebenen. als man sie fragte ob sie ihr gesamtwerk von etwa [...]
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Montag, 10. September 2007
Joyce Carol Oates: ohne zu schreiben wertlos
“Schreiben ist … wie eine Droge, süß, unwiderstehlich und verzehrend”, offenbart die erfolgreiche amerikanische schriftstellerin und Creative Writing-Dozentin Joyce Carol Oates in ihrem Tagebuch. sie schreibt täglich mit fieberhafter intensität, fast wie besessen und fühlt sich, wenn sie nur ein oder zwei tage nicht geschrieben hat: “vollkommen wertlos.” besonders ihre anspruchsvollen jugendbücher, in denen sie [...]
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Freitag, 7. September 2007
eine heldin wie Chica
es ist ein vielfaches drama, es ist eine tragödie um die sogenannten ehrenmorde in unserem land. die täter oder deren familien waren einmal als gäste nach deutschland gekommen. sie leben hier in einem rechtstaat, aber sie handeln nach den gesetzen, der kultur ihrer früheren heimat und mißachten unsere. der preisgekrönte film Gegen die Wand von Fatih Akin hat das [...]
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Donnerstag, 6. September 2007
die chance des autors, sich beim schreiben zu verändern
der türkische schriftsteller Orhan Pamuk sieht beim romanschreiben eine chance für den autor, sich zu verändern, indem er sich ganz in seine romanfigur verwandelt, als sie denkt und handelt: “ (…) Der Romanschriftsteller (…) weiß, daß es ihn befreien wird, genau andersherum zu denken, als es der allgemeinen Erwartung entspricht. Die Geschichte des Romans kann auch als [...]
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Mittwoch, 5. September 2007
schriftsteller als objekt der neugier
keiner sollte sie kennen, so wie sie war, als selbstbewußte frau, die frauen liebte und als schriftstellerin: “Wir alle interessieren uns nicht nur für den Schriftsteller, sondern auch für seine zwangsläufig immer zersplitterte, widersprüchliche und wandelbare, bald sichtbare, bald verborgene Person, und vielleicht vor allem für seine Persönlichkeit, diesen Schatten oder Reflex, den sie macnchmal zum Schutz oder als [...]
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Dienstag, 4. September 2007
Jakob Ajourni: Für intelligente Kritiker gehe ich meilenweit.
manche schriftsteller lesen nach erscheinen ihres neuen buches überhaupt keine kritiken. alles ist getan, gedruckt und draußen, keine chance mehr, noch irgendetwas zu ändern. man hätte gerne noch mehr zeit gehabt, um den text reifen zu lassen, ihn zum vierten oder fünften mal zu überarbeiten, aber der verlag hat gedrängt und der vorschuss ist dahingeschmolzen und irgendwann [...]
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Montag, 3. September 2007
Psycho-Ellis
ein junger freund, der ein zimmer bei zwei älteren damen zur untermiete bewohnte und einen recht exzentrischen lebensstil pflegte, las American Psycho von Bret Easton Ellis gern etappenweise beim frühstück. tagsüber verschwand er als kreativer in einer werbeagentur und nachts kam er, vermutlich in mancher hinsicht zugedröhnt, zurück. eines tages fand er die fristlose küdigung vor. wo [...]