Günter Kunert ist ein dichter und ein schurke mit moralischen kriterien, so stellt er sich dem leser im interview von Sabine Dultz dar:

„Es gibt kein Idealbild. Menschen sind Schurken. Auch ich. Man hält sich nur an bestimmte moralische Kriterien, die man nicht verletzen will. Aber: Wie verhält man sich moralisch? Das ist immer meine Frage.“

 Günter Kunert ist kein deprimierter dichter:

Ich bin heiter. Ich bin ein Melancholiker. (…) Ich bin überhaupt nicht deprimiert: Ich weiß doch, wie es kommt. Wir werden das alle nicht überleben(-das Leben-).   Soll ich nun deswegen andauernd weinend herumsitzen? Muss es denn immer Menschen geben? Sagen Sie mir einen Grund dafür. Menschen gibt es doch nur, um die Welt total zu ruinieren.“

 Günter Kunert ist ein dichter mit einer kreativen neurose:

„Schreiben ist meine Neurose. Das ist ein innerer Zwang. Ich arbeite etwas ab. Die Gedichte sind genau das, worin ich mich verwandle. Mein Gedicht – das bin ich. Ich schreibe nicht für andere. Aber ich sage immer, und das ist bei den Lesungen jeweils mein Erfolg: Ich hoffe auf die Frauen. Die könnten den Untergang noch ein bißchen aufhalten. Die Männer sind schon alle Roboter. Die Frauen sind noch etwas menschlicher.“

Günter Kunert sagt noch: „Man könnte sich eine Kugel durch den Kopf jagen. Literatur ändert nichts.“

und ich sage, wir müssen viel mehr gedichte von Günter Kunter lesen: „Ich spreche im Slang aller Tage …! “ (aus Meine Sprache) übrigens auch eine interessante zeile für einen übungstext.