ein junger freund, der ein zimmer bei zwei älteren damen zur untermiete bewohnte und einen recht exzentrischen lebensstil pflegte, las American Psycho von Bret Easton Ellis gern etappenweise beim frühstück. tagsüber verschwand er als kreativer in einer werbeagentur und nachts kam er, vermutlich in mancher hinsicht zugedröhnt, zurück. eines tages fand er die fristlose küdigung vor. wo er sie fand, das wußte er nicht mehr.  er meint, sie hätte neben seiner frühstückslektüre gelegen, aber erinnern konnte er sich nicht. er hätte schwören mögen, dass die ladies heimlich in sein zimmer gegangen sind und dessen zustand mit dem inneren des buches in verbindung gebracht hätten ….  soviel zu dem schreckensbuch, geboren aus albtraumhaft blutigen visionen und dem persönlichen trauma seines kreators.

auch Lunar Park, 2006 erschienen,  ist ein spiel mit der identität des autors und seiner figur. B.E. Ellis ist zum kultautor geworden. dennoch hat er eine sehr realistische einstellung zu seinem ansehen in der öffentlichkeit:

“Sobald man berühmt ist, wird das Bild, das sich andere von einem machen, von einer ganzen Reihe von Dingen bestimmt, die mit deinem ‘wahren Ich’ nicht mehr das geringste zu tun haben. Dieses Bild wird von dem bestimmt, worüber man schreibt; davon, wie man in der Presse dargestellt wird. Von Fotos, auf denen man in schicken Anzügen dasitzt und die Pose eines Schriftstellers einnimmt. Aus all diesen Puzzle-Stückchen entsteht das Bild eines Frankenstein-ähnlichen Monsters, das die Leute dann für Bret Easton Ellis halten.”

und ist das denn so falsch? frage ich mich.  unsere autorin Elizabeth Benedict,  zum beispiel, möchte in ihrem buch Erotik schreiben, autoren darin bestärken, sich nicht ihrer gefühle während des schreibens einer sexszene zu schämen. welcher autor kann ein ereignis glaubwürdig und überzeugend beschreiben, wenn er nicht zu seiner figur wird? und damit selbst zum mörder.