Sa 18 Aug 2007
dichterweisheit gegen selbsterniedrigung
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
1 Kommentar
der expressionistische dichter Oskar Loerke lebte vor hundert jahren in unserer nachbarschaft und ist auf einem kleinen parkfriedhof die straße hinunter beerdigt. er war lektor im S. Fischer Verlag und hat Gerhard Hauptmann als autor gefördert und sich für viele andere autoren eingesetzt. weitsichtig erkannte er früh die auswirkungen der herrschaft der Nazis, die er als “Totengräber der Nation” betrachtete - seine schriften wurden verboten. das war die zeit, wo er sich zurückzog in sein haus in Frohnau und in “innerer Emigration” lebte und in der die folgende Erkenntnis entstand:
“Was deine Welt nicht ist, sollst du verlassen
Was dir verächtlich ist, sollst du verachten,
Was du verachtest, hüte dich zu hassen.”
weiser als die christliche aufforderung, sich als geschlagener zusätzlich auch auf die andere wange schlagen zu lassen! einmal, zu seinem geburtstag, besuchen wir ihn.
21. August 2007 um 15:18
Um diese geistige Nachbarschaft kann man Dich nur beneiden. Heute geht es wohl eher so:
Wenn’s deine Welt nicht ist, sollst’ dich anpassen,
Was dir verächtlich ist, sollst du doch achten,
Was du verachtest, wird dich umfassen.
Gruß, Ron