Do 9 Aug 2007
Monsieur Chabrol mag Leichen
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
[3] Kommentare
“Ich gebe zu: Ich mag Leichen. Ein guter Mord ist das Salz in der Suppe eines Films. Wenn ein Film, in dem kein Mord passiert, den Leuten nicht gefällt, dann haben sie das Gefühl, ihre Zeit verschwendet zu haben. Sobald aber auf der Leinwand jemand umgebracht wird, sagen sie: Na ja, wenigstens habe ich mich nicht gelangweilt. Diesen Sadismus der Zuschauer mache ich mir gerne zunutze”, gestand der französische filmregisseur Claude Chabrol (Wie man einen Film macht) seinem Interviewer Marco Schmidt.
ein weiteres geständnis dürfte für autoren interessamt sein. auf die frage, welche verbrechen er selbst schon begangen habe, gab er zu: “Nach dem Krieg habe ich zum Beispiel in Bücher von amerikanischen Schriftstellern gefälschte Widmungen geschrieben: “Mit besten Wünschen, William Faulkner” oder “Für meinen treuen Freund, Ernest Hemingway”. Diese Bücher konnte ich dann für viel Geld verhökern. Das fand ich intelligenter, als im Supermarkt zu klauen. Und ich habe mich nie erwischen lassen.”
14. August 2007 um 14:45
Chabrol- ” Die Fantome des Hutmachers” auf Arte gesehen.
So raffiniert und ästhetisch wie dieser Film ist( Michel Serrault als Hutmacher Monsieur Labbè), der jetzt noch bei mir Gänsehaut hervorruft, glaube ich aufs erste Mal, dass Chabrol sich mit seinen Unterschriftenfälschungen nicht hat erwischen lassen (wirklich origineller als im Supermarkt zu klauen).
Allerdings bei der letzten Leiche im Film hat er sich finden lassen, die letzte Unterschriftfälschung…. wer hat sie wohl gefunden?
Gedanken von Maren
15. August 2007 um 15:56
Hallo Maren, klingt als wärst du Chabrol-Fan, kannst du noch einen anderen besonderen Film von ihm empfehlen?
16. August 2007 um 18:03
Sorry Karin,obwohl ich durch Bekannte gut informiert bin, hatte ich mir zuvor nie einen ” Chabrol” Film angesehen. Jetzt könnte ich aber Fan von ihm werden und wenn irgendwo ein Film läuft, werde ich ihn mir ansehen. Ich weiss, dass seine Filme künstlerisch subtil, dazu noch skurril sind. da bekomme ich schneller eine Gänsehaut als bei einem stink – normalem Krimi.
Danke für deine Anfrage. Vielleicht kannst du mir noch Tipps geben.
Adieu, Maren