warum stehlen autoren menschen, meist auch noch aus ihrem bekannten- und freundeskreis (notorisch war Truman Capote als mißbraucher) und verarbeiten sie zu text? warum werden romanfiguren oft nicht einmal mit schminke, neuen allüren, mit fremder kleidung und veränderten vorlieben für die leser unkenntlich gemacht? warum verzichten schriftsteller von zeit zu zeit auf die gnädige camouflage? geht es um revanche, neid, missgunst?

der begriff aus dem englischen: ill will trifft die absicht wohl am ehesten. in letzter zeit gab es etliche spektakuläre gerichtsverfahren mit solchem hintergrund gegen schriftsteller – und ihre verleger.  es ging und geht noch darum, bücher, die  im buchhandel verboten sind, aus dem lager der auslieferung zu befreien.

die finanziellen verluste für die beteiligten sind schwer zu verkraften. für die autoren, weil sie lange an einem buch gearbeitet haben, dessen auflage nicht verkauft werden darf. für die verleger, weil sie nicht nur den vorschuss an den autor, sondern auch alle anderen kosten für lektorat, satz, gestaltung, druck und die werbung im buchhandel bereits gezahlt haben. nun wird jahrelang prozessiert.  

ist nicht der schriftsteller ein meister der fantasie, ein sensibler, dem die nuancen der formulierung geschenkt worden sind, dazu witz und ironie?  er wäre nicht auf das eins-zu-eins nacherzählen angewiesen, oder was meint ihr?